Karwendel Mehrtagestour

Als Frau allein in den Bergen wandern? Na sicher! Da zwei Freunde spontan absagen mussten zog ich in den Uni-Sommerferien allein los. Das Karwendel bietet sich hervorragend für eine Mehrtageswanderung an. Dabei kann jeder selbst wählen wie viel Kraxelei dabei sein soll. Da ich allein unterwegs war wählte ich einfachere Wanderwege die auch mit geländefittem Hund gut zu bewältigen waren. Die knapp 2500m hohe Rumer Spitze war die einzige ausgesetztere Partie (Westgrat UIAA II).

Mit dem Zug gings nach Reith bei Seefeld und rasch bergauf zur Nördlinger Hütte (sehr hundefreundlich nach Vorankündigung). So manch eifriger MTBiker legt diese Strecke noch mit dem Rad zurück. Oben wird es aber schon felsiger. Auf dem Normalweg geht es weiter zum Solsteinhaus. Weitgehend auf einem Höhenweg laufend, kann man hier die Aussicht so richtig genießen.

Alternativ dazu kann man den Freiunger Höhenweg wählen (nicht vor Juli zwecks Altschneefelder in den Rinnen). Von der Nördlinger Hütte steigt man dazu leicht ab über den Ursprungssattel (noch wie bei Normalweg). Der Klettersteig verläuft südseitig des Kammes. Der Normalweg und der Klettersteig treffen sich bei der Eppzirler Scharte wieder und man steigt etwas ab zum Solsteinhaus. Diese Hütte ist oft besucht von AV Kursen und ist leider wenig heimelig. Die Lager sind aber ganz okay und sie bietet sich als guter Übernachtungspunkt an.

Am zweiten Tag, begleitet von zwei Weitwanderern aus Deutschland, gehts über den Frau Hitt Sattel quer hinüber zur Seegrube. Dieser Weg ist wohl für manche Endstation – meine deutschen Begleiter gingen hinab zur Höttinger Alm. Deshalb sei an der Stelle kurz erwähnt, dass man natürlich trittsicher und schwindelfrei sein sollte der Weg an sich aber einfach eine steilere Geröllhalde quert. Beim Anstieg zum Frau Hitt Sattel quert man den Innsbrucker Klettersteig – also wieder eine Alternative zum Normalweg. Die Aussicht auf Innsbruck am Frau Hitt ist malerisch.

Ausdauer ist gefragt wer nun noch weiter geht übers Hafelekar bis zur Pfeishütte (Götheweg) – via Mandlscharte.

Die Spinatknödel dort rufen aber kilometerweit =) Da läuft sich das doch ganz easy (ohne Seilbahn versteht sich). Entgegen meiner Erwartung ist der Serpentinenweg von der Seegrube hinauf zum Hafelekar ganz nett und all jene die Steilheit lieben werden zufrieden sein. Am Weg nehm ich noch den netten Aussichtsgipfel, die Mandlspitze mit. 2 Nacht: Pfeishütte – hier ist alles einfach perfekt. Meine absolute Lieblingshütte!

Gemütlich wie die Pfeishütte ist, endet der Tag bei einem guten Glaserl Rotwein und den obligatorischen Schnaps mit zwei Kletterern aus Bayern. Am nächsten Tag kraxln wir hinauf zur Rumer Spitze. Der Wind bläst uns ordentlich um die Ohren, die Aussicht macht die Gratkraxelei doppelt bezahlt. Traumtagerl mit Relaxen am Nachmittag auf der Pfeishüttenterrasse mit Apfelstrudel und jede Menge Alpin-Hefte =)

Rumer Spitze Simon und Stephan

Ost nach West Gratüberschreitung Rumer Spitze

Das Frühstück umfasst selbst gebackenen Briochezopf, Nutellacreme und Marmeladen etc. Alles was das Herz begehrt. Ich kann nur schwärmen über die Hütte. Aber nun zum Sportlichen. Der letzte Tag ist wirklich eine ziemliche Gewalttour – ein ewiger Hatscher beschreibts am Besten, aber zugleich trifft man keine Menschenseele. Tagesziel: Vomper Loch via Knappensteig zur Walderalm (optionaler Zwischenstopp Halleranger Alm. Hier kann man Hütten mieten - auch mit Hund - und die Felswände bieten Kletterein ab dem 6. Grad).

Stempeljoch Abstieg

Landschaftlich ist dieser Tourabschnitt mit Abstand der Schönste. Beim Abstieg bieten sich die Geröllhalden hinunter vom Stempeljoch zum Sliden wie beim Skifahren an. Steil ist`s aber allemal. Wilde Gebirgsbäche rauschen ins Tal, mehr als hundert Gamsen am Weg gesehen und selten so klares Wasser getrunken wie im sehr sehr heißen Sonnenloch, dem Vomper Loch: sehr abgelegen und deshalb umso näher an der Natur. Vor dem Knappensteig unbedingt nochmal alle Flaschen mit Wasser auffüllen. Info: durchgehend kein Empfang!!!

Den genauen Routenverlauf findet ihr hier .

 

INFOBOX

 

  • Strecke 61 km
  • Aufstieg 5969 hm
  • Abstieg 6497 hm

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